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Newsletter Nr. 3 · 9. Februar 2026 · 3 Min. Lesezeit

Die gefährlichste KI aller Zeiten?

Garrit Wilson
Garrit WilsonGründer der KI-Pionier Akademie, Psychologe und Data Scientist
Kurz gesagt

OpenClaw ist ein autonomer KI-Agent, der ohne Rückfrage im Internet surft, Anrufe tätigt und eigenständig Käufe tätigt.

Sicherheitsforscher fanden ungeschützte OpenClaw-Instanzen und eine Sicherheitslücke, die die vollständige Kontrolle über einen Agenten ermöglichte.

Garrit erwartet, dass ähnliche Agenten der großen Anbieter künftig den Dienstleistungssektor verändern, weil sie Denkarbeit übernehmen.

Vor ein paar Wochen wurde ein KI-Agent veröffentlicht, der vollen Zugriff auf deinen Computer hat.

Er kann autonom im Internet surfen. Anrufe tätigen. E-Mails schreiben. Eigenständig Käufe machen – 24/7, ohne dich zu fragen.

Ein Nutzer wachte morgens auf: 2.000 Dollar abgebucht. Die KI hatte entschieden, in seine Personal Brand zu investieren. Plus nochmal 4.000 Dollar obendrauf.

Ein anderer Nutzer gab abends die Anweisung: „Optimiere dich selbst, während ich schlafe." Am nächsten Morgen klingelte sein Handy. Der KI-Agent hatte sich über Nacht eigenständig eine Telefonnummer besorgt, eine KI-Stimme generiert – und ihn angerufen.

Das ist kein Science Fiction. Das passiert jetzt.

Was ist OpenClaw?

OpenClaw (ehemals ClawdBot) ist ein Open-Source-KI-Agent, der auf Anthropics Claude-Modell basiert.

Der entscheidende Unterschied zu ChatGPT oder anderen KI-Tools: OpenClaw agiert komplett autonom. Kein Bestätigen, kein Nachfragen. Es bekommt eine Aufgabe – und handelt.

Dazu kommt: Vollzugriff auf alle Applikationen. Persistentes Gedächtnis über Sessions hinweg. Und Interaktion über WhatsApp oder Telegram statt über ein Terminal.

Warum das gefährlich ist

Über 145.000 GitHub-Stars, über 20.000 Forks, 2 Millionen Besucher pro Woche. OpenClaw ist das am schnellsten wachsende Open-Source-KI-Projekt aller Zeiten.

Das Problem: Die aller meisten Nutzer haben keine Ahnung, worauf sie sich einlassen.

Sicherheitsforscher haben hunderte OpenClaw-Instanzen gefunden, die komplett ungeschützt im Internet stehen. Ohne Passwort. Ohne Authentifizierung. Offen einsehbar für jeden – inklusive API-Keys, Chatverläufe und gespeicherte Zugangsdaten.

Anfang Februar wurde eine kritische Sicherheitslücke öffentlich: Ein einziger Klick auf einen manipulierten Link reichte aus, um die komplette Kontrolle über einen OpenClaw-Agenten zu übernehmen. Von außen. Ohne dass der Nutzer etwas merkt.

Dazu kommen: gefälschte Websites, die sich als OpenClaw ausgeben und Malware verteilen. Fake-Erweiterungen im VS-Code-Marketplace. Und ein Krypto-Scam, der behauptete, ein offizieller OpenClaw-Token zu sein.

Palo Alto Networks – eine der größten Cybersecurity-Firmen weltweit – nennt das eine „tödliche Trias": Zugriff auf private Daten, Verbindung zu ungeprüften Inhalten und die Fähigkeit, autonom zu handeln.
Mein ehrlicher Rat: Ohne technisches Grundverständnis – Finger weg.

Warum du trotzdem jetzt wachsam sein solltest

Ob du OpenClaw installierst oder nicht, ist fast nebensächlich.

Was OpenClaw tatsächlich ist, ist ein Blick in die Zukunft.

Stand heute würde ich den aller meisten Menschen aktiv davon abraten, diese Technologie zu nutzen.
Aber hier ist der springende Punkt: Die großen Player – OpenAI, Google, Anthropic – sehen die Nachfrage am Markt. Ihre eigenen Versionen werden zu 100% kommen. Sicherer, benutzerfreundlicher, massentauglich. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Was dann passieren wird?

Es wird den gesamten Dienstleistungssektor verändern.

Denk mal darüber nach, was wir gerade eigentlich entwickeln. Die Technologie, die hier entsteht, ist Intelligenz. Nicht ein Tool, nicht eine App – sondern die Fähigkeit, eigenständig zu denken, zu planen und zu handeln. Welches Berufsfeld basiert nicht auf Intelligenz?

Projektmanagement, Buchhaltung, Rechtsberatung, Unternehmensberatung, Kundenservice, Marketing – überall dort, wo Menschen heute für ihre Denkkraft bezahlt werden, wird ein KI-Agent in absehbarer Zeit die gleiche Arbeit schneller, günstiger und rund um die Uhr erledigen können. Nicht perfekt. Noch nicht. Aber die Richtung ist eindeutig.

Vor der industriellen Revolution war Körperkraft der ökonomische Werttreiber. Maschinen haben das ersetzt – und ein komplett neuer Dienstleistungssektor ist entstanden. Berater, Kreative, Problemlöser – Berufe, die vorher nicht existierten. Jetzt passiert dasselbe mit Denkkraft. Und was danach kommt, können wir uns heute noch gar nicht vorstellen.

Frag dich ehrlich: Basiert dein ökonomischer Mehrwert auf Intelligenz, Kreativität oder Problemlösung? Dann stehen dir turbulente Zeiten bevor.

Die meisten werden warten. Und zu spät reagieren.

Ganz wichtig:

Der wichtigste Schritt ist nicht, jetzt direkt OpenClaw zu installieren.

Der wichtigste Schritt ist Bewusstheit. Zu verstehen, dass diese Veränderung kommt – nicht irgendwann, sondern jetzt.

Und dann: aktiv mit der Technologie mitentwickeln. Business weitermachen wie bisher – aber jeden Tag ein Stück KI in deinen Arbeitsalltag integrieren. Schritt für Schritt. Nicht warten, bis es dich betrifft. Sondern jetzt anfangen, damit du vorne mitschwimmst, wenn die Welle kommt.

Wer jetzt anfängt, hat eine fantastische Chance. Wer wartet, wird abgehängt.

Bis bald,

Dein Garrit

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